Feuerverzinnen

  • 24. April 2020
  • Regina Riemenschnitter

Warum werden Bändern aus Kupfer- und Kupferlegierungen feuerverzinnt?

Diese Frage stellt sich sofort, wenn das in Relation zu Zinn „edle“ Kupferband mit unedlerem Zinn überzogen wird. Aber dafür gibt es mindestens 3 gute Gründe:

Nummer 1:
Zinn ist ein hervorragender Korrosionsschutz für Kupferbänder, da sein unedler Charakter dafür sorgt, dass Zinn unter Korrosionsangriff durch verschiedene flüssige und gasförmige Medien bevorzugt angegriffen wird. Das darunter befindliche Kupferband wird so vor Korrosion geschützt. Die aufgetragene Zinnschicht wird gewissermaßen, je nach Bedingungen, über einen langen Zeitraum „geopfert“.

Nummer 2:
Zinn hat neben einer guten elektrischen Leitfähigkeit sehr gute Umformeigenschaften, die in der Fachsprache auch als sehr gute Duktilität bezeichnet wird. Leitfähigkeit und Duktilität sind hier die wesentlichen Eigenschaften, die für Steckverbinderanwendungen von besonderer Bedeutung sind.

Nummer 3:
Als dritte wesentliche Kenngröße gilt eine gute Verschleißfestigkeit der Zinnschicht, die per definitionem mindestens ein 10- maliges Stecken und Ziehen der elektrischen Verbindung sicherstellen muss. Hilfreich zur Einhaltung dieser Anwenderforderung ist hierbei die Ausbildungen im Wesentlichen einer intermetallischen Phase, die sich direkt bei Kontakt von Kupferband mit schmelzflüssigem Zinn ausbildet. Diese Phasenbildung ist im Vergleich zu Zinn sehr hart und ein wesentliches Charakteristikum der Feuerverzinnung, da sie direkt und ohne Zusatzbehandlung entsteht.

Aufgrund der hohen Duktilität des Zinns wird beim Steckvorgang von Tab und Receptable der oder die Kontaktpunkte des Systems mit Zinn eingebettet, worauf ganz wesentlich die gute Kontaktierung beruht, sowie zusätzlich die gute Korrosionsfestigkeit, da Korrosionsmedien keinen direkten Zugang zum Kontaktpunkt haben.

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